Iran und Syrien
Neulich habe ich bei einem syrischen Bekannten in Bremen übernachtet. Da Damaskus schon immer ein Traumreiseziel von mir war kamen wir schnell auf das Thema Naher Osten zu sprechen. Noch schneller sind wir dann vom Tourismus zur Politik gekommen, eine Tatsache die ein schon etwas traurig machen sollte.
Mein Bekannter erzählte mir, daß seine Eltern Farsi lernen würden, da dies kostenlos durch iranische Kulturzentren angeboten würde. Ich war doch etwas erstaunt, da ich Iran und Syrien eigentlich für verfeindet hielt. Ich dachte die Gegensätze Araber und Perser, Gottesstaat und Nationalstaat und Schiiten und Sunniten seien unüberbrückbar. Das gemeinsame Feindbild USA und Israel sei, so dachte ich, der einzige gemeinsame Nenner.
Bei genauer Betrachtung mußte ich doch erkennen wie nichtwissend ich war. Obwohl 75 % der Syrer Sunniten sind, wird die politische und militärische Elite Syriens von den Nusairier oder Alawiten gestellte. Die Mullahs des Irans sehen in dieser Religionsgemeinschaft eine schiitische Strömung, so daß für sie die Führung Syriens schiitisch geprägt ist. Syrien hat im Iran-Irak-Krieg den Iran unterstützt und die Iraner stehen wiederum den Syrern mit Waffenlieferungen gegen Israel bei.
Syrien zählt damit wohl zur iranischen Einflußsphäre und mir wird langsam bewußt wie Einflußreich der Iran eigentlich wirklich in der Region ist.



