Scharia in Kasachstan

Scharia ist die Pflichtenlehre des Islams und bestimmt den Alltag von vielen Millionen Moslems auf der Welt. Teil dieser Pflichtenlehre ist die islamische Rechstwissenschaft, die sogenannte Fiqh. In Kasachstan selbst spielt die Scharia eine untergeordenet Rolle, da hier immer schon das Leben durch nomadische Sitten bestimmt wurde. Ein befreundeter Ethnologe meinte einmal zu mir, dass auf dem Land, wo die kodifizierten Gesetze deutsch-sowjetischer Tradition nicht verbreitet/bekannt sind, die Menschen eher nach nomadischen Regeln ihren Streit beilegen als nach der Scharia. Dies aendert sich erst, wenn man sich in die Naehe des Ferganatals begibt, wo keine nomadischen sonder eher baeuerliche Tradition existieren

Ausgerechnet in der Hochfinanz ist Scharia ploetzlich ein Thema. Arabische Staaten haben durch den hohen Oelpreis riesige finanzielle Ruecklagen gebildet, waehrend das westliche Bankensystem in der Krise ist. Als eine Konsequenz daraus hat Kasachstan nun verkuendet, dass es ein Gesetz entwickelt, welches es ermoeglicht in Kasachstan Kredite unter Einhaltung der Scharia zu vergeben. Die Besonderheiten des islamischen Kreditwesens ist, dass ein Zinsverbot herrscht, welches ,inter alia,durch Beteiligungsfinanzierung (Musharaka) umgangen wird.

Islamischen Banken haben in Zentralasien schon seid Jahre gelobbyt, wie zum Beispiel eine Konferenz aus dem Jahr 2007 der BTA Bank zeigt und die seid langen etablierte Praesenz der Islamic Development Bank in der Region.

Im Ergebnis wird das “islamische Geld” wahrscheinlich jedoch nur gebraucht um die Baustellen von Almaty und Astana wieder in Bewegung zu setzen: it is all business.

Am Schluss noch ein sehr gute Analyse von Ben von Neweurasia aus dem Jahr 2006.

Ein frischer Beitrag vom Gedankenboersen-Blog zur Mortage Crisis in Almaty/

 

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