Kasachstan im Griff der Globalisierung

Als ich heute morgen mit dem Bus zur Arbeit gefahren bin, stellte ich etwas erstaunliches fest: Bus fahren kostet jetzt 50 statt 40 Tenge! Begründet wird dies, inter alia, mit dem Oelpreis.

Um die Szenen zu verstehen, welche sich heute in den Bussen abspielten, muss man wohl erst einmal die Realität des Busfahrens in Almaty beschreiben. Die Busse sind alte Linienbusse aus Japan und Deutschland (Berlin-Buch ist mein Lieblingsbus zur Arbeit). Die Besatzung besteht aus einem Fahrer, welcher ununterbrochen versucht Autos zu rammen, und einem Kassierer, welcher an Haltestellen die Fahrtziele seines Busses ausruft und den Menschen beim Einsteigen hilft (und zwar indem er drückt bis alle 100 Passagiere im Bus sind). Die Kassierer bekamen auch heute, wie üblich, die 40 Tenge von jedem Fahrgast, worauf sie immer auf das neue 10 weitere Tenge einforderten. Ohne ins Einzelne zu gehen, was die Antworten der Fahrgäste angeht, kann man wohl sagen, dass die Kassierer wohl schon bessere Arbeitstage hatten.

Man fragt sich natürlich, warum in einem so oelreichen Staat wie Kasachstan der Benzinpreis steigt. Die Antwort ist einfach: Es gibt wenig bis gar keine Orte in Kasachstan, wo das Oel verarbeitet werden kann. Dies ist im Iran übrigens auch der Fall, wo ich schon einmal eine Benzinpreiserhöhung mitgemacht habe und wo dann die ein paar Tankstellen anfingen zu brennen.

Die Wirkung der Globalisierung auf Kasachstan lässt sich wohl am besten an den Exportverboten der Regierung nachvollziehen. Der Export von Getreide und von Produkten, welche aus Erdöl raffiniert worden, ist verboten. Sieht man dann noch die ganzen stillstehenden Baustellen und den Wertverlust in der Immobilienwirtschaft, dann weiß man, dass man nicht alleine ist.

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Eine Reaktion zu “Kasachstan im Griff der Globalisierung”

  1. Sylviane

    Hey das ist genau dasselbe in Dushanbe! Die Preise sind von 30 auf 50 Diram fuer Trolley und von 40 auf 60 Diram fuer Bus gestiegen… Immerhin fast eine Preisverdopplung! Sonst sieht die Situation in den Bussen ziemlich aehnlich aus hier: uebervolle, alte Busse, aber irgendwie mag ich sie doch!

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