Monatsarchiv für Juli 2008

Mein Astana-Foto und Kanye West

turnvater am Donnerstag, den 3. Juli 2008

Mein Astana-Foto im neuen Steppe Magazine scheint sehr beliebt zu sein.  Nachdem ich es in Flickr veroeffentlicht habe, bekomme ich immer wieder Gratulationen zu diesem Bild. Gestern habe ich gesehen, dass es in einem Blog-Artikeln verwendet wird, der sich auf grossartigeweise mit dem Thema Astana, Oel und Popkultur beschaeftigt. Der Titel des Artikels ist uebrigens ein grossartiger Teaser, ob der Artikel so nett zur 10-Jahr-Feier ist, weiss ich allerdings nicht.

Afghanistan in progress

parameluniversum am Dienstag, den 1. Juli 2008

Woran man sich orientieren soll wenn sich gerade alles verändert oder in Frage gestellt wird ist eines der Grundprobleme die mir hier immer wieder begegnen. Hauptverkehrsstrassen werden zu Einbahnstrassen, Steuern werden eingeführt und wieder abgeschafft, die Zeitung schreibt von Millionen Spenden für die Bildung die ein halbes Jahr später um die Hälfte gekürzt werden, manchen Frauen darf man die Hand geben und kaum habe ich mir den Namen eines Dekans gemerkt, ist er schon wieder abgesetzt. Ein Großteil der Minister besteht aus Afghanen die ihr halbes Leben im Ausland verbracht haben, Akademiker die von internationalen Universitäten in die afghanische Politik wechseln und nun versuchen Entscheidungen zu treffen die Paschtunen, Tadschiken, Hazara und Uzbeken, Modernisten und Traditionalisten, Frauen und Männern, Kommunisten und Kapitalisten gerecht werden. Gesellschaftliche Strukturen die nach Jahrzehnten der inneren Zerrissenheit so etwas wie eine gesamtafghanische Mentalität fördern könnten sind zwar im Aufbau, doch Vertrauen in Institutionen bildet sich nicht über Nacht aus. Ob jemand Hazara, Kommunist oder Exilafghane ist spielt nach wie vor die größte Rolle, im Privaten wie auch in der Öffentlichkeit. “Nachhaltigkeit” ruft die internationale Gemeinschaft, “wir brauchen aber Abends Licht” ruft das Ministerium und gibt dem Anbieter mit der schnellsten Lösung den Zuschlag für die Stromversorgung. Wer nicht weiß ob er morgen noch seinen Job hat, braucht manchmal eilig Ergebnisse die seine gute Arbeit beweisen um dann mit größerer Rückendeckung auch langfristiger planen zu können. Und so manches Provisorium wird nach Jahren treuer Dienste schließlich doch noch ein richtiger Flughafen!


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