Kasachstan, Georgien und ein Krieg

Am Donnerstag, den 28.11., fand in der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London eine Diskussion über den Russland-Georgien-Krieg in diesem Sommer statt. Den Vorsitz hatte Dr. Scott Newton von SOAS, welcher 4 Jahre in Kasachstan für USAID gearbeitet hat. Die Diskussionsteilnehmer waren Bill Bowring vom Birbeck College, Laurence Broers (Projects Manager in the Caucasus Programme, Conciliation Resources und PhD Student an der SOAS) und Domitilla Sagramoso vom King‘s College.

Die Handyfotos die ich von diesem Event gemacht habe, wurde leider gerade beim übertragen auf die SD-Karte erfolgreich vernichtet…

Aber nun zu einer Frage die mir auf den Zunge liegt: Was ist mit Kasachstan in diesem Krieg?

Alle Diskussionsteilnehmer waren Kaukasus-Spezialisten und hier hat man etwas erstaunliches gemerkt. Während alle Blogs die sich  mit Zentralasien beschäftigen den Krieg immer in dem Zusammenhang mit der Baku-Tbilisi-Ceyhan-Pipeline (BTC) und der Energy Security für Europa beschreiben. Haben die Kaukasusexperten, dies nicht in einem Wort erwähnt, geschweige denn die Tatsache, dass Kasachstan ein Hauptinnvestor in Georgien ist (oder war).

Wer schon einmal auf einer Konferenz in Kasachstan war oder jemand kennt der dort gewesen ist, wird immer die gleiche Aussagen hören: “Es ging immer nur um Pipelinebau”. Eine Journalistin mit der ich sprach, meinte dazu, dass Menschen, die sich nicht für Pipelinebau interessieren es wirklich manchmal ein bisschen schwer haben nicht einzuschlafen auf kasachischen Konferenzen.

Im Kaukasus dagegen scheint sich alles um ethnische Minderheiten zu drehen. Witzig wie die Perspektive manchmal das Thema bestimmt. Während ich zur Diskussion ging und hoffte viel über die BTC-Thematik zu hören, schienen die Experten aus dem Kauksasus-Konflikt Richtlinien für die zentralasiatischen Republiken abzuleiten, was den Umgang mit Minderheiten angeht. Was meiner Meinung im Fall von Kasachstan völlig absurd war.

Es ist dennoch interessant, dass Menschen die sich scheinbar mit etwas extrem  ähnlichen beschäftigen, nämlich sowjetische Nachfolgerstaaten, ganz andere Ansatzpunkte entwickelt haben. Interessant ist bestimmt auch die kasachische Perspektive.

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