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Polizei in Dushanbe

sylviane am Dienstag, den 27. Mai 2008

Wenn man in Dushanbe in der Stadt spaziert, fällt einem etwas auf : an jeder Kreuzung, an jedem Ampelsignal gibt es mindestens einen Polizist ! Ich habe mich vom Anfang an gefragt, was sie den ganzen Tag machen, denn der Verkehr ist nicht reglementiert (bzw. die Verkehrsregel werden so wie so nicht beachtet) und ich habe noch keine Verbrecher getroffen!

Also die Arbeit der Polizisten hier kann man so beschreiben: sie probieren, ihr schlechtes Lohn etwas zu verbessern. Ab und zu (eigentlich ziemlich oft) verlangen sie von den Autofahrern, dass sie anhalten und ihren Fahrausweis zeigen. Meistens findet der Polizist, dass irgendwas nicht in Ordnung ist und der Autofahrer bezahlt eine Busse. Das ist ganz normal hier, die Leute sind daran gewöhnt. Zuerst schreien sie immer ein bisschen (man muss sich doch verteidigen) aber es dauert nie lange, bis Polizisten und Autofahrer sich umarmen! Man würde nie glauben, dass der eine vom anderen Geld verlangt…

Der zweite Teil ihrer Arbeit ist, mehrmals in der Woche die ganze Rudaki-Strasse (Hauptstrasse von Dushanbe) zu sperren, damit der Präsident oder jemand von seiner Familie oder der Regierung auf der Strasse im Raser-Tempo fahren darf… Und auch das ist hier eine ganz normale Sache!

Die kasachische Polizei

Philipp Jahn am Dienstag, den 8. April 2008

Heute möchte ich mich mal dem Thema Polizei zuwenden. Polizisten sind Polizisten, überall in der Welt, aber die kasachische Polizei ist schon besonders. Ich glaube man kann sie am besten so beschreiben: Die Polizei hier ist eine Mischung aus alter sowjetischer Administration und moderner investorfreundlicher Serviceorganisation, gekrönt mit einer Prise kasachischem Stolz. Ich hatte bis jetzt zwei nette Zusammenstösse mit der Polizei. Mein erster fand statt, als ich mich in die begeisterte Menge einreihte, welche am Straßenrand die olympische Fackel erwartete. Die Strecke war heftig bewacht und leider gab es eine kleine Verspätung von 3 Stunden. Folglich stand ich drei Stunden mit meiner Kamera einem Aufgebot von Polizisten gegenüber. Ich war aber nicht allein, sondern wurde unterstützt von einer Horde von kasachischen Teenagern, welche von ihren Klassenlehrern zwangsverpflichtet wurden. “Jubelkasachen” all over the place! Während Nasarbajew die ersten 200 m selbst lief, fuhr der zuständige Blockpolizeichef immer wieder die Strecke ab und kontrollierte die Menge. Mit meinem Bart und meinem NorthFace-Pullover muß ich jedenfalls wie ein Free-Tibet-Aktivist ausgesehen haben, denn der Wagen stoppte. Es wurde ein Typ im Anzug gerufen, der rief einen Typ in Uniform und er kam zu dem Wächter vor mir. Der Wächter kam darauf mich zu und wir tauschten ein paar Worte. Er konnte nämlich auf Deutsch sagen: „Das Wetter ist gut!“ und ich kann das auch auf Russisch sagen. Ich verstand dann aber nichts mehr als er auf meine Kamera zeigte. Zum Glück konnten die vierzehnjährigen Schülerinnen hinter mir dolmetschen. Der Polizist nahm dann meine Kamera in die Hand, öffnete den Objektivverschluß und sagte: „OK“. Als Nargiza später zu mir an den Straßenrand kam, erzählte der Wächter übrigens den Grund für die Kontrolle. Free Tibet!


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