Archiv des Tags ‘Pressefreiheit’

Fotos für die Pressefreiheit 2008

Philipp Jahn am Donnerstag, den 15. Mai 2008

Die Reporter ohne Grenzen haben wie jedes Jahr am 3. Mai ein Fotoband veröffentlicht.
Hier ein Zitat aus dem Pressetext, welcher über die JOE-Liste kam:

Wir richten darin unseren Blick nach Osteuropa und Zentralasien, da
in vielen Ländern der Region die Situation der Presse- und
Meinungsfreiheit überaus prekär ist. Zehn Fotografinnen und
Fotografen konfrontieren uns mit den Umbrüchen in diesen Ländern, die
tief greifende politische, ökologische und persönliche Auswirkungen
hatten und bis heute haben.

Unter anderem sind auch die Tschernobly Bild von Robert Polidor dabei, welche ich übrigens das letzte mal auf der Friedrichstrasse in dem Luxuskaufhaus gesehen habe zwischen lauter Russen und russischen Verkäufern. Der einzige Ort in Berlin, wo man viele Kasachen trifft.
Zum Schluss ein Bild aus dem Band aus Kasachstan:
Jelena & Viktor Vorobjeva: Zhatanas, 2002 aus “Blaue Periode”

unter fotobuch@reporter-ohne-grenzen.de zu bestellen

Festnahmen

Philipp Jahn am Samstag, den 2. Februar 2008

Wie die Deutsche Allgemeine Zeitung mit Berufung auf eine kasachische Nachrichtenagentur meldet, kam es im Fall Bensmann zur Festnahme von drei Tatverdächtigen. Diese drei Verdächtigen haben wohl Bensmann nach seinem Nachtclubbesuch als Anhalter mitgenommen, was der allgemeinen Praxis in Zentralasien entspricht, dass alle Autos gegen Bezahlung Personen befördern. Sie haben sich wohl dann spontan entschlossen den Ausländer auszurauben, ob dieser Sachverhalt der Wahrheit entspricht, kann nur durch Bensmann selber bestätigt werden. Man darf gespannt sein.

Unterwelt

Philipp Jahn am Samstag, den 26. Januar 2008

Der Angriff auf Marcus Bensmann beschäfftigt mich gerade sehr, da ich ja auch bald wieder nach Kasachstan fliegen werde. Ich habe heute morgen im Internet Artikel von ihm gelesen und bin dabei auch auf einen sehr interessanten Artikel gestossen über die Ermordung des Ehemannes von Nargizas Freundin. Lest selbst hier und hier meine Darstellung.

taz-journalist in Astana zusammengeschlagen

Philipp Jahn am Mittwoch, den 23. Januar 2008

“Zentralasienkorrespondent Marcus Bensmann schwer verletzt nach Deutschland ausgeflogen.”, so meldet die taz heute. Der Journalist hat laut Artikel in Nachtclubs nachgeforscht, als es zu dem Angriff auf ihn kam. Der ganz Artikel ist hier nachzulesen. Warum in dem Artikel das Massaker in Andijan erwähnt wird, finde ich allerdings komisch. Sollten wirklich Karimows Leute in Astana Journalisten auflauern oder ist es nur ein Reflex der westlichen Presse, wenn irgendetwas in Zentralasien mit Pressefreiheit passiert, sofort Andijan zu erwähnen? Kann aber auch sein, dass ich nur den Artikel falsch verstanden habe.

Osh, ne Menge Usbeken und ein toter Journalist

Philipp Jahn am Donnerstag, den 8. November 2007

Osh ist die zweitgrößte Stadt Kirgisiens, liegt an der usbekischen Grenze und ist Zentrum des kirgisischen Teils des Ferganatals. Die Region ist bäuerlich, d.h. seßhaft geprägt, da sie extrem fruchtbar ist. Im Gegensatz zum nomadischen Norden ist die Bevölkerung daher sehr islamisch verwurzelt. Eine Beobachtung die ich selbst im Sammeltaxi von Osh nach Taschkent machen konnte, eine Usbekin aus Osh die sich auf der engen Rückbank des usbekischen Daewoo mit uns die acht Stunden befand, vergaß nicht regelmäßig zu beten, während ich mich nach der Zeit erkundigte um die Ankunft abschätzen zu können, fragte sie nach um kein Gebet zu verpassen. Dieser islamische Hintergrund hat übrigens auch zwei islamische Bewegungen hervorgebracht, das Islamic Movement of Uzbekistan (IMU) und die Hizb ut-Tahrir. Über das IMU wurde zuletzt bei Kämpfen im Norden von Pakistan berichtet und spielt scheinbar keine große Rolle mehr seid Afghanistan als Rückzugbasis weggefallen ist. Die Hizb ut-Tahrir kennt ihr schon aus meinem Bericht über den Kopftuchstreit in Kirgisien.Der grösste Teil des Ferganatals liegt übrigens in Usbekistan, einschließlich der Stadt Andijan, welche berüchtigt ist für die Vorfälle aus dem Jahr 2005. Vorfälle meint dabei die Erschießung hunderter Einwohner durch das usbekische Regime, was in Europa auch dank des Falles des ehemaligen britischen Botschafters in Usbekistan, Craig Murray, bekannt wurde. Klickt seinen Namen an und ihr werdet zu seinem sehr lesenswerten Blog weitergeleitet.Kurz bevor ich übrigens in Osh ankam wurde dort der usbekische Journalist und Zeitungsherausgeber Alisher Saipov (26) erschossen. Wie die „The Times of Central Asia“ und die taz berichten, war er ein bekannter Kritiker des usbekischen Regimes. Der ermordete Journalist Saipov ist nicht der erste tote Journalist, der sich mit dem Ferganatal beschäftigt, allerdings ein besonders exponierter. Der usbekische Geheimdienst wurde dann auch schnell durch Freunde und Kollegen des Toten als Auftraggeber des Mordes ausgemacht.Der kirgisische Präsident hat darauf die Untersuchung nun zur Chefsache erklärt, mit dem Ergebnis, daß es nun erste Spuren geben soll, die jedoch nicht Richtung Usbekistan sondern Richtung Hizb ut-Tahrir führen. Man darf gespannt sein, wie die Sache sich weiter entwickelt.Hier ein Bild von Osh vom moslemischen heiligen Berg Suleimans Thron um den die Stadt gebaut hat. Dort wo ich stehe soll schon Mohammed gepredigt haben! Allah Akbar


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