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Nowruz und Skifahren

Philipp Jahn am Montag, den 31. März 2008

Liebe Freunde,

Nowruz ist vorbei und ich wollte die Gelegenheit wahrnehmen, mich mal wieder zu melden. Im Augenblick lebe ich in Almaty, Kasachstan, und versuche Straßenbaumaschinen zu verkaufen. Meine Karriere als zentralasiatischer „Businessman“ ist bis jetzt aber noch nicht wirklich ein umwerfender Erfolg, aber es läuft.

 Ansonsten habe ich jetzt schon Gewohnheiten aufgebaut, wenn ich in ein fremdes Land an der Seidenstraße komme. Erstes Wochenende wird Ski gefahren. Diesmal war es der 7. März, welcher auch wohl der „Internationaler Frauentag“ ist. Jedenfalls wurden alle möglichen Frauen mit Blumen beschenkt. Wir sind dann zum Medeu Skigebite in Almaty hochgefahren, wo übrigens die Asien-Winterspiel 2011 ausgetragen werden. Angekommen im Skigebiet begann dann das übliche kasachische Spiel: Wo finde ich für meinen Geländewagen Platz zwischen all den anderen Geländewagen? Zum Glück war das Problem rasch gelöst und es ging rüber zum Lift. Dort lernte ich dann die postsowjetische Variante des „Frauentags“ kennen. Schlechte Technomusik, openair Whirlpools, Feuerwerk und Frauen in knappen Bikinis. Zum Glück schien aber niemand Ski zu fahren, da der Wodka schon seine Wirkung entfaltete. Ich hatte dann einen schönen Pistentag.

Erstaunlich ist übrigens, wie Stolz die Leute hier auf ihre Gastfreundschaft sind. Diese erlebe ich zwar immer wieder, wenn ich in Familienkreisen unterwegs bin, auf der Strasse und in Geschäften herrscht dagegen grenzenlose Unfreundlichkeit. Meistens wird man angeschrieen und wenn man dann kein russisch kann, wie ich, einfach ignoriert. Auf der Strasse ist es hier grenzloser Überlebenskampf, meisten wird gedrängelt, gehupt und geschimpft. Ich versuche die Sache gelassen zu nehmen und bin meinem Geländewagen auch einigermaßen sicher gegen Rammattacken von irgendwelchen alten Sowjetautos mit überforderter Landbevölkerung. Im Ergebnis bin ich wohl dann zu langsam und werde ständig angehupt.

Führerscheine werden hier übrigens, wie Hochschulabschlüße und alles andere, durch Bezahlung erworben. Mag in Deutschland nicht anders sein, nur wird zusätzlich zu der Bezahlung nichts anderes verlangt. Die Kenntnisse von Verkehrsregeln scheint deshalb in einem Art „Stille Post“ Verfahren verbreitet zu werden. Geht was schief wird halt bestochen.

Ich habe hier schon ein paar coole Bestechung mitangesehen, mußte aber selber zum Glück noch nichts bezahlen und werde auch nicht! Ha! Nowruz war dann wie immer ganz wundervoll, obwohl eher sowjetisch als persisch. Am Mittwoch kommt hier übrigens die olympische Fackel vorbei. Sie kommt aus Peking(?) und geht Richtung Afrika. Scheint doch komplizierter zu sein als man denkt so nen olympischer Fackellauf. Alle sind schon gespannt auf die ersten Menschenrechtsaktivisten, die sich in den Weg stellen werden.

Ansonsten gibt es Bilder von meiner Wohnung unter http://blogistan.asia .

 Ich wünsch Euch einen schönen Frühling und alles gute

 

Philipp

Der Renault ist tot

Philipp Jahn am Mittwoch, den 28. November 2007

Tja, meine Tage in Bishkek sind nun auch gezählt und ich mach mich langsam Richtung Deutschland auf, wo ich bis Februar verweilen werde. Ist auch ganz gut Bishkek zu verlassen, denn mein geliebter Renault ist tot. Erst haben sich die Bremsen und die Bremslichter verabschiedet, dass ging aber noch, da ich einfach mit viel Abstand gefahren bin, dann jedoch kam leider sein plötzlicher Tod. Ich quälte mich gerade durch den allabendlichen Berufsverkehr auf der eigentlich drei- praktisch vierspurigen Ausfallstrasse, als plötzlich aus dem Motor Rauch aufstieg, so weit so gut dachte ich, leider wurde es immer mehr Rauch, so daß ich dann lieber kurz entschlossen in den Gegenverkehr gefahren bin, da ich ganz links war und es keine Chance gab rechts zum Parken herüberzufahren. Motorhaube auf, kein Feuer zum Glück und dann erstmal in die nächste Bar um ein Bier zu trinken, bis der Motor abgekühlt ist. Nargizas Vater kam dann netterweise vorbei und hat den Renault nach Hause gefahren. Wir sind dann weiter zu einer Verabredung mit seinem Opel Geländewagen gefahren. Seit dem muß ich zum Russischunterricht mit nem Taxi, der Renault wird jetzt wohl verkauft.Mein Unterricht geht übrigens gut voran, wenn auch in komischer Umgebung. Ich bin nämlich in einer doch sehr anderen Sprachschule gelandet, meine Lehrerin dort ist ne neunzehnjährige Russin und geleitet wird die Schule von 1,50m grossen pakistanischen Zwergen, die Englisch unterrichten. Nach mir hat dafür nen ziemlich cooler Türke Russischunterricht, der ist ca. 1,90m und trägt immer Lederjacken mit Pelzkragen, hat lange schwarze Haare und scheint viel Goldschmuck zu besitzen. Ich trau mich leider nicht ihn zu fragen, was er so geschäftlich in Bishkek macht.Toll ist übrigens auch Nargizas Freundeskreis. Neulich waren wir Plov essen und anschließend Bowling spielen mit drei ihrer Freundinnen. Eine ist Anwältin und arbeitet als Justizarin bei zwei verschieden Firmen, einem Casino und einer Goldmine. Sie deckt damit wohl die wichtigsten örtlichen Geschäftsfelder ab und will sich nun selbstständig machen. Ihre Frage, ob ich mitmachen will, habe ich erstmal vorsichtig verneint. Die zweite Freundin ist die Verlobte vom Präsidentensohn, der neulich auf seinem dreißigsten Geburtstag Adriano Celentano als Sänger hatte. Nargizas meint nun ständig ich soll mich mehr anstrengen bei der Jobsuche, damit ich mir ihn zum vierzigsten leisten kann. Die dritte Freundin ist Witwe und zwar nicht nur von ihrem Mann, sondern von dessen ganzer Familie. Ihr Schwager war einer der bekanntesten Mafiabosse in Bishkek und wurde nach einem Moscheebesuch erschossen, ihr Mann wurde später bei einem Gefängnisaufstand umgebracht und nach und nach hat es dann die restlichen männlichen Familienangehörigen auch erwischt. Nun lebt sie wieder bei ihrer Familie, ihr Vater ist zum Glück reich, er hat ne demokratische Partei und sitzt im Parlament. Ich habe dann auch lieber die Mafiawitwe beim Bowling gewinnen lassen.Ihr Schwager war übrigens als Rispek bekannt, was ich meiner Meinung nach eine Plazierung unter den Top Ten der Mafiaboßnamen verdient hat.Nun gut, ich muß jetzt in die Sauna.Bis bald in Berlin und ne schöne WeihnachtszeitPS: Bilder und mehr ab Dezember (und jetzt schon nen bisschen )gibt es aufhttp://blog.jahn.cn.

Samarkand, Taschkent und Buchara

Philipp Jahn am Dienstag, den 6. November 2007

Ich war in Usbekistan, wo die Seidenstrasse am schönsten ist und der Polizeistaat a la DDR am meisten blüht. Dabei ist mir aufgefallen, daß reisen durch Diktaturen sich langsam zu meinem Hobby entwickeln, zumal ich mich erwische, dass ich die Visabedingungen für Turkmenistan und Pakistan studiere.Eine Diktatur schützt einen übrigens nicht vor Taxifahrern, die immer erstmal losfahren und dann auf die Frage, ob sie das Hotel kennen würden, antworten: „Nein, Taschkent sei sehr groß“ die Strasse „Nein, Taschkent sei sehr groß“ macht es Sinn sechsmal hintereinander rechts abzubiegen „Ja, Taschkent sei sehr groß“.Kein Polizeistaat ist zum Glück Kirgisien, die Polizisten hier sind eher Kleinunternehmer, was ich am meisten bei meinen Ausflügen mit dem alten Renault von Nargizas Vater bemerke. 5 Jahre ohne TÜV ist dann auch nur noch Verhandlungssache.In Kirgisien wird auch immer fleissig gewählt, letzte Woche gab es ein Verfassungsreferendum mit 80 % Wahlbeteiligung. Von diesen stimmten nur 3,7 % gegen die Verfassungs- und Wahlgesetzänderung, welche der Präsident vorgeschlagen hatte, so daß dieser jetzt mit dem neuen Wahlgesetz im Rücken erstmal Wahlen für Dezember ausgerufen hat. Die Parteienlandschaft und die NGOs in Kirgisien hat nun eine Aufbruchbestimmung erfasst, besonders die Partei „Ak Zhol“, welche der Präsident gegründet hat. Leider darf der Präsident laut Verfassung allerdings nicht Mitglied einer Partei sein, daher ist er dann auch kurz vor offizieller Eintragung von „Ak Zhol“ von seinem Amt als Vorsitzender zurückgetreten und läßt seine Mitgliedschaft nun für die Zeit seiner Präsidentschaft ruhen. Anwälte geben scheinbar überall auf der Welt dieselben Tips.Viele Kirgisen die ich treffe sind Mitglied einer Partei, meistens in der, die ihr Arbeitgeber gegründet hat, mit dem Ziel ins Parlament zu kommen. Auf diese Art ist eine Freundin von Nargiza die Schatzmeisterin der Grünen geworden. Sie versicherte mir allerdings, daß weder sie, noch ihr Chef, ein Interesse am Umweltschutz hätten, die Marke „Grüne“ sei aber internatonal angesehen und noch frei gewesen.Ein politisches Thema in Zentralasien und im Wahlkampf ist immer die Gefahr des islamistischen Terrorismus, was wohl teilweise auch instrumentalisiert wird und auch kaum noch vorkommt, da die Deutschen von Usbekistan aus, nun den Norden Afghanistan kontrollieren und für Sicherheit sorgen.Islamisierung (NICHT VERWECHSELN mit ISLAMISMUS dies ist keine GLEICHSETZUNG!!!) gibt es dagegen immer mehr, der saudische zakat macht es möglich und auch viele ethnische Russen haben auf diesem Wege zur wahabitischen Moslemexistenz gefunden. Die Russen besuchen dazu Islamisierungskurse, was, wie mir von einem Teilnehmer berichtet wurde, viel mit weinen(?) zu tun hat.Ethnien, die islamisiert werden können, gibt es hier unbegrenzt: Russen, Kasachen, Kirgisen, Usbeken, Tadschiken, Koreaner, Deutsche, etc.. Die letzten beiden verdanken Ihre Anwesenheit übrigens Stalin und dem Zweiten Weltkrieg. Grösste Gemeinsamkeit aller ist die Vorliebe für Goldzähne und Wodka.Nargizas Vater versucht immer Deutsche für mich zu finden, was teilweise recht unterhaltsam ist. Einmal fuhren wir durch ein gottverlassenes Dorf, als er plötzlich den Geländewagen wendete und ein paar Bauern verfolgte. Goldene Zähne verneinten dann allerdings die Frage, ob es sich bei ihnen um Deutsche handele. Es waren ukrainische Juden. Ich war dennoch beeindruckt, für mich sehen alle Bauern irgendwie gleich aus, auch wenn ich natürlich Asiaten von Europäern unterscheiden kann.Bis Dezember werde ich nun in Kirgisien sein und Russisch lernen, dann geht es wieder zurück nach Deutschland. Ansonsten bin ich gerade auf der Suche nach einem Job in Almaty, da ich dort nächstes Jahr ein paar Monate leben möchte. wenn jemand dazu eine Idee hat, eine Website kennt oder ähnliches, würde ich mich über ne Mail freuen.Bis dannPhilipp

Ich bin jetzt Fotojournalist

Philipp Jahn am Mittwoch, den 17. Oktober 2007

Severin hat einen Artikel über die wunderbare Insel Kish geschrieben und zwei meiner Fotos verwendet.HA! KLICK MICH

Among the Believers

Philipp Jahn am Dienstag, den 16. Oktober 2007

Nachdem Literaturnobelpreisträger VS Naipaul in seinem grossartigen Buch „Among the Believers“ die moslemische Welt bereiste ohne in Zentralasien gewesen zu sein, habe ich mir gesagt: “Philipp, dann musst Du es halt selbst machen.“ Also das Referendariat rasch beendet, Sachen gepackt, in den Flieger gesetzt und ab nach Bishkek, wobei es sich dabei um die Hauptstadt Kirgisiens und zufälligerweise auch um den Herkunftsort meiner Freundin handelt. Zentralasien war übrigens mal als sowjetischer Orient bekannt und besteht neben Kirgisien noch aus Tajikistan, Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan, die letzteren beiden Staaten werden von Bishkek aus, Ziele meiner Rundreisen sein. Kleine ethnische Einordnung noch: Bei den Zentralasiaten handelt es hauptsächlich um islamisierte Mongolen, die sich irgendwann mit türkischen Stämmen verbunden haben und dabei deren Sprachen und Sitten angenommen haben. In der gelebten Praxis heisst dies, dass in Zentralasien uralte Mercedes, Audis und BMWs die Strassen bevölkern und zwar vorliebend in grossen Gruppen, die bundgeschmückt sind und wie wild hupen. Begonnen hat meine Reise mit einer Woche Urlaub in Istanbul, der Stadt mit dem grössten türkischen Bevölkerungsanteil der Welt, sozusagen als Eingewöhnung. Kaum dort angekommen, stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass zu dieser Zeit gerade das Ramadan- bzw. Ramzanfest war. Hätte ich zwar schon zuhause bei mir in Berlin-Neukölln feststellen können, aber wie leicht verwechselt man einen 99Cent-Döner-Ramazanangebot mit einem 99Cent-Döner-Eröffnungsangebot. Jedenfalls habe ich mich dann von den ganzen fressenden Gläubigen nicht stören lassen und habe tapfer meinen ersten Hamambesuch hinter mich gebracht. Danke noch einmal an Monika und Johannes für die tolle Idee. Für die von Euch die noch nie in einem Hamam waren beschreibe ich mal kurz wie ein solcher Besuch abläuft. Man zahlt einen nicht zu kleinen Geldbetrag, um sich anschliessend mit anderen Touristen in einem grossen Raum mit einer heissen Marmorplatte wieder zu finden. Schon am Eingang dieses Raumes wird man einem kleinen dickbäuchigen, schnäuzertragenden Türken zugewiesen, welcher nun anfängt einen unsanft durchzukneten und abzuwaschen. Super! Anschliessend wird man dann von seinem Bruder(?) noch mal ordentlich eingeseift, bis man sich in Ruhe auf der warmen Platte erholen darf. Als ich ein paar Tage später im Flug von Istanbul nach Bishkek sass, träumte ich dann auch vom Hamam und der Entspannung, welche ich dort gefunden hatte, denn Turkish Airlines Maschinen sind wirklich kein Ort der Entspannung. Nicht zuletzt ist der Slogan der Airline auch „Beyond Expectations“ und selbst wenn ich durch meinen Iranflug mit Turkish Airlines eh wenig „Expectations“ hatte, was Service, Mitreisende und Beinfreiheit anging, wird man doch jedes Mal ein überrascht. Im Flieger fand sich übrigens auch eine Gruppe von GTZ-Mitarbeiter die auf dem Weg nach Tajikistan waren. Sollte man glauben Juristen würden langweile Fachgespräche führen können, dann sasst Ihr noch zwischen einem Haufen GTZ-Mitarbeitern. Kurzer Ausschnitt: “Ich habe aus 2004 und 2006 Bücher über das Thema. Ich kenne sonst auch nur noch eins, von der International Crisis Group.” “Ich glaube 2007 gab es auch etwas.” “Wir können dann ja morgen im Hotel mal ein Literaturabgleich machen.” Etc. Zum Glück war ich dann irgendwann in Bishkek, wo ich eine Woche blieb, anschliessend ging es dann weiter nach Almaty, Astana und Aktau (alles Kasachstan). Während Almaty eine dubaiartige Stadt ist, wo die Leute hauptsächlich Hummer fahren und Gucci tragen und Aktau eine gottverlassene Ölstadt am kaspischen Meer, war der wirklich Höhepunkt Astana, was auf kasachisch Hauptstadt bedeutet und um welche es sich dann auch handelt. Die ganze Stadt wirkt mit ihren riesigen Hochhäusern, als ob jemand Simcity im Gottmodus gespielt hat, was auch ungefähr stimmt, da es Herr Nursultan Narsabajew im Präsidentenmodus war, der Stadt entwarf. Seine Helfer waren dabei übrigens Stararchitekten und diversen türkischen Baufirmen. Zentrum der Stadt ist der so genannte „Baiterek“-Turm, welcher wie ein riesiger Fussballweltpokal aussieht und in dessen Kuppel man für nur 5 Euro hinauffahren kann. Oben angekommen, legt man dann seine Hand in den vergoldeten Handabdruck von Narsabajew und wünscht sich etwas, während man dies tut sollte dann die kasachische Nationalhymne erklingen. Ich schreibe sollte, weil als ich meine Hand in den goldenen Abdruck drückte nichts erklang. Türkische Baufirmen scheinen sich ebenfalls dem Motto „Beyond Expectations“ verpflichtet zu fühlen. Abends ging es dann in ein Restaurant und ich verspeiste wieder einmal fleissig Pferdefleisch und trank ausgiebig französischen Wein. Nachdem Essen tauchte dann ein Freund von Nargizas Familie auf und als dieser mich fragte ob ich schon einen richtigen Schaschlyk gegessen habe, verneinte ich dies. Dies sollte sich als einer meiner schlimmsten interkulturellen Fehler seid Jahren herausstellen. Eine halbe Stunde später befand ich mich nämlich, immer noch unglaublich satt, in einem anderen Restaurant vor unglaublichen Mengen von Schaschlyk und Lülakebab und musste wohl oder übel weiter essen. Während ich mit dem Essen kämpfte, wurde auch noch eine Flasche Wodka angeliefert. Ich wusste was jetzt kommen würde, eine Unzahl von Trinksprüchen auf die jedes Mal galt einen Wodka zu kippen. Der Tatsache folgend, dass ich bereits ca. eine Flasche Wein und mehrere Bier intus hatte, versuchte ich mich dann nach drei Wodkas mit Bier anzustossen. Dies erboste jedoch unseren kasachischen Gastgeber so sehr, dass er nun anfing zu kontrollieren, ob ich meinen Wodka auch trank und nicht nur hinter meinem Bier versteckte. Ich nutzte daraufhin jede Gelegenheit, den Inhalt meines Wodkaglases mit Wasser auszutauschen. Als ich endlich wieder im Hotel war, fiel ich dann auch stockbesoffen kopfüber ins Bett, nach einer halben Stunde klingelt allerdings plötzlich dass Telefon. In mir stieg eine panische Angst auf, dass er Anruf irgendetwas mit Essen oder Wodka zu tun haben könnte. Zu meinem Glück war es aber nur der übliche Anruf, ob ich noch einen Intimservice wahrnehmen möchte, ich verneinte erleichtert. Inzwischen bin ich zum Glück wieder in Bishkek und Ramadan ist auch vorbei, womit sich das Thema fastenbrechen zum Glück erledigt haben dürfte. Jetzt noch ein paar warnende Worte zum Schluss, was einem in Zentralasien auffällt, ist dass in den Resten der Sowjetkultur überall Moscheen durch türkisches und saudisches zakat finanziert entstehen, Man kann hier sicher sein, dass man im kleinsten Dorf auf einen wunderschönen Moscheeneubau trifft und die Moschee in Almaty, die mein Lonley Planet von August 2007 als grösste Moschee von Kasachstan beschreibt, passt mehrfach in die neuen Moscheebauten von Almaty und Astana herein. Es scheint so als ob es nur zwei Seiten in diesen Länder gibt, entweder Islam oder Gucci und Prada. Um dieses Phänomen zu ergründen, soll mich meine nächste Reise dann auch in das vermeintliche Herzen des zentralasiatischen Islamismus führen: Usbekistan.


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