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die dritte

turnvater am Sonntag, den 20. Mai 2007

Liebe Freunde, ich will mal wieder ein bisschen meine Erlebnisse in Teheran verarbeiten. Ich habe jetzt schon zwei Ausflüge gemacht einen zum kaspischen Meer und einem nach Kish, einer Insel auf im persischen Golf. Gerade auf Kish konnte ich mit Meeresschildkröten schwimmen und in Korallen schnorcheln, aber das war eigentlich nicht so spannend wie mein Leben in Teheran… Es folgt also wieder ein bisschen aus dem Alltag der Islamischen Republik Iran. Insbesondere der Verkehr, hier traffic genannt was glaube ich auch Stau heisst, ist noch ein paar Erzählungen wert. Wenn man in Teheran ist, sollte man unbedingt mal ein Mototaxi nehmen, dass sind kleine wendige Mopeds die sich hier überall durch den Verkehr schlängel. Auf diese Idee hat mich Severin, der Praktikant an der Botschaft, gebracht. So stand ich dann eines Tages vor der Botschaft und streckte mein Arm nach vorbeifahrenden Mopeds aus, bis endlich eins hielt. Ein sehr netter älterer Mann lächelte mich mit seinen drei verbliebenden Zähnen an und ich konnte Ihm mitteilen, wo ich wohnte und was ich wollte. Wir wurden uns schnell handelseinig und ich setzte mich also auf das Moped und ab ging es. Seitenspiegel berührten mich, Autos hupten und der Smog zog in meine Lunge. Warum Mototaxis so gut sind ist der Fakt, dass während alle anderen Verkehrteilnehmer mehr parken als fahren, ein Mototaxi immer in Bewegung ist. Regelmäßiges Ausweichen auf den Bürgersteig inklusive. Wie ich später bei anderen Fahrten feststellte war mein erster Fahrer aber auch ein ganz todessüchtiger. Er wich nämlich gerne auch in den entgegenkommenden Verkehr aus, dies hatte zu folge, dass oft rechts und links von mir, Autos gegen unsere Fahrrichtung vorbeifuhren. Mein Adrenalinpegel senkte sich dann auch erst wieder nach 45 Minuten auf dem Fitnessrad im Keller. Mein letzter Mototaxifahrer hat mich übrigens mit seinem Fotohandy beim Abschied noch rasch aufgenommen, ich war wohl der erste Deutsche im Anzug mit dem er sich in der Rush Hour unter den Rufen der Mullahs durch die Stadtautobahn gekämpft hat. Die Stadtautobahn ist übrigens u.a. besonders lustig, weil Iraner die eine Ausfahrt verpasst haben, immer der Rückwärtsgang einlegen und zurückfahren. Oft bilden sich auch ganze Gruppen die die Autobahn rückwärts befahren. Ist übrigens ein Mitglied dieser Gruppe mit der Schnelligkeit seiner Mitfahrer nicht zufrieden, dann wird auch schon im Rückwärtsgan überholt. Geschichten aus dem Traffic gibt es noch zu tausenden, aber ich will hier erstmal abbrechen. Ich hatte nämlich noch eine spannde konsularische Tätigkeit, von der ich Berichten möchte. Es war nämlich mal wieder ein Deutscher verhaftet worden, weil er mit seiner teuren Fotoausrüstung vor einem Nuklearraktor gemütlich gemacht hat. Wie Ihr bestimmt wisst, ist das Thema Atoma im Iran höchst problematisch. Der Deutsche wurde also verhaftet und nach vier Tagen Verhör nach Teheran mit einer Linienmaschine ausgeflogen. Seine Ausrüstung, wurde an das Innenministerium in Teheran geschickt, dort musst er es abholen, Vorher kam er zur Botschaft, die schon von seinem Fall wusste. Es wurden beschlossen, dass er nicht alleine zum Innenministerium fahren sollte. Herr F., 28jähriger iranischer Anwalt und mein Zimmerkollege, und Referendar Jahn wurden also mitgeschickt. Angekommen im Innenministerium wurde mir erstmal mein Diensthandy abgenommen und wir drei betraten einen wirklich unfreundliches mehrstöckiges Gebäude. Als wir nach der angegebenen Kontaktperson fragten, wurde uns mitgeteilt, dass nur zwei Personen in die höheren Stockwerke durchgelassen werden. Die Wahl fiel auf mich und Herrn F., ungefähr tausend Stockwerke höher, wurden wir von einem sehrunhöflich Iraner empfangen, der gleich anfing zu schreien. Dies ist aber ziemlich normal bei iranischen Bürokraten. Nach ca. zehnminütigen Geschreie auf farsi, begleitet von Unterwerfunggesten von Herrn F., wurde ich alleine in einem Raum geführt, wo drei weitere Schreier auf mich warteten. Herr F. wurde angewiesen draussen zu bleiben und ich bereitete mich auf ein freundliches Gespräch mit diesen iranischen Geheimdienstbeamten vor. Allerdings änderte sich das Verhalten der vier Herren schlagartig als ich Ihnen meine Visitenkarte gab. Im Grund verstand ich nur „diplomati“ bevor ein unglaubliches Geschreie losging und ich rausgeworfen wurde. Es stellte sich heraus, dass Sie dachten ich sei der zu verhörende Deutsche. Obwohl mir dabei nicht wohl war, ging dann mein Konsularfall alleine in den Raum und ich musste sogar mich, während des zweistündigen Verhörs, in den unteren Warteraum verziehen. Der Grund war, dass Diplomaten nicht das Innenministerium betretten dürften, begründet wurde dies wie immer, dies sei unislamisch. Es ist dann übrigens alles gut gegangen und wir haben den Deutschen am nächsten Tag in einen Flieger nach Baku gesetzt. Unislamisch ist gerade übrigens sehr viel im Iran, es ist eine neue Kampange gegen den Sittenverfall gestartet worden. Überall werden Frau angehalten, weil Ihr Kopftuch (Hejab) zu bunt ist, also nicht braun, grün oder schwarz, und Ihr Mantel zu eng. Wenn es ganz wild getrieben wird, werden die Frauen dann auch schonmal ausgepeitscht. Meistens werden aber nur Lösegelder fällig. Unislamisch ist auch die Benutzung von Sattelitenschüsseln. Ich konnte neulich von dem Dach meines Hauses aus beobachten, wie die Revolutionswächter in unserer Nachbarschaft die Schüsseln und Receiver einsammeln. Dies hat aber für die Eigentümer keine ernsthaften Folgen, wie man mir sagte ist es wohl nur ein Zeichen dafür, dass es bald auf dem Schwarzmarkt neue Schüsseln und Receiver gibt und die Revolutionswächter Ihren Absatzmarkt vergrössern wollen. Wir mussten übrigens keine Angst haben um unsere Schüssel, unser Haus ist diplomatisch geschützt und wir haben eine Genehmigung. So waren wir gerade auch bei Grillen auf dem Dach mit nacktem Oberkörper (Ich hatte die vielen Tribaltattoos meiner Mitbewohner glaube ich schon erwähnt) und ner Dose Becks in der Hand. also xodafez aus dem Land der Shia und ich nehme jetzt erstmal ne Woche Urlaub um durch das Land zu reisen, bevor es zu heiss wird..

Verkehr in Teheran

turnvater am Donnerstag, den 17. Mai 2007

Der verrückteste Taxifahrer von TeheranSkihasen auf dem Weg nach Dizin:

Bilder zum Xodafez

turnvater am Dienstag, den 30. November 1999


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