Archiv des Tags ‘Veränderung’

Afghanistan in progress

parameluniversum am Dienstag, den 1. Juli 2008

Woran man sich orientieren soll wenn sich gerade alles verändert oder in Frage gestellt wird ist eines der Grundprobleme die mir hier immer wieder begegnen. Hauptverkehrsstrassen werden zu Einbahnstrassen, Steuern werden eingeführt und wieder abgeschafft, die Zeitung schreibt von Millionen Spenden für die Bildung die ein halbes Jahr später um die Hälfte gekürzt werden, manchen Frauen darf man die Hand geben und kaum habe ich mir den Namen eines Dekans gemerkt, ist er schon wieder abgesetzt. Ein Großteil der Minister besteht aus Afghanen die ihr halbes Leben im Ausland verbracht haben, Akademiker die von internationalen Universitäten in die afghanische Politik wechseln und nun versuchen Entscheidungen zu treffen die Paschtunen, Tadschiken, Hazara und Uzbeken, Modernisten und Traditionalisten, Frauen und Männern, Kommunisten und Kapitalisten gerecht werden. Gesellschaftliche Strukturen die nach Jahrzehnten der inneren Zerrissenheit so etwas wie eine gesamtafghanische Mentalität fördern könnten sind zwar im Aufbau, doch Vertrauen in Institutionen bildet sich nicht über Nacht aus. Ob jemand Hazara, Kommunist oder Exilafghane ist spielt nach wie vor die größte Rolle, im Privaten wie auch in der Öffentlichkeit. “Nachhaltigkeit” ruft die internationale Gemeinschaft, “wir brauchen aber Abends Licht” ruft das Ministerium und gibt dem Anbieter mit der schnellsten Lösung den Zuschlag für die Stromversorgung. Wer nicht weiß ob er morgen noch seinen Job hat, braucht manchmal eilig Ergebnisse die seine gute Arbeit beweisen um dann mit größerer Rückendeckung auch langfristiger planen zu können. Und so manches Provisorium wird nach Jahren treuer Dienste schließlich doch noch ein richtiger Flughafen!

Kabul 2005 bis 2008 (Teil 1)

blogetrotter am Mittwoch, den 21. Mai 2008

Heute möchte ich eine kleine Serie starten, die zeigen wie viel oder wenig sich in Kabul in den letzten drei Jahren im äußeren Erscheinungsbild der Stadt geändert hat. Ich zeige jeweils zweimal das gleiche Fotomotiv, einmal aus dem Februar 2005 und einmal aus dem Januar / Februar 2008.

Den Start macht ein zerstörtes Haus direkt an einer Hauptstraße, die von der Kabuler Innenstadt in Richtung Universität und weiter aus der Stadt nach Osten führt. Man kann sich kaum vorstellen wie man unter der eingebrochenen Decke in diesem Haus leben kann, zumal die Temperaturen zum Zeitpunkt der Aufnahme um den Gefrierpunkt lagen. Diese erste Aufnahme zeigt das Haus am 20. Februar 2005.

Wenn man sich das gleiche Haus 2008 anschaut …

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