Archiv der Kategorie ‘Blogistan‘

Kasachstan, Georgien und ein Krieg

Philipp Jahn am Freitag, den 28. November 2008

Am Donnerstag, den 28.11., fand in der School of Oriental and African Studies (SOAS) in London eine Diskussion über den Russland-Georgien-Krieg in diesem Sommer statt. Den Vorsitz hatte Dr. Scott Newton von SOAS, welcher 4 Jahre in Kasachstan für USAID gearbeitet hat. Die Diskussionsteilnehmer waren Bill Bowring vom Birbeck College, Laurence Broers (Projects Manager in the Caucasus Programme, Conciliation Resources und PhD Student an der SOAS) und Domitilla Sagramoso vom King‘s College.

Die Handyfotos die ich von diesem Event gemacht habe, wurde leider gerade beim übertragen auf die SD-Karte erfolgreich vernichtet…

Aber nun zu einer Frage die mir auf den Zunge liegt: Was ist mit Kasachstan in diesem Krieg?

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Nominierung des Gedankenboersen-Blogs bei den BOBs

Philipp Jahn am Donnerstag, den 6. November 2008

Durch den Verlust meines Laptops und meiner zahlreichen anderen Aktivitaeten, habe ich ja lange nichts mehr geschrieben, dass wird sich jetzt wieder aendern.

Anfangen moechte ich allerdings mit einem Aufruf: Wer in Almaty gelebt hat, kennt Rafael Wiedenmeyer und wenn man Almaty verlaesst freut man sich ueber seine fast taeglichen Berichte und Kommentare ueber das Leben und die Kunst in Kazakhstan im Gedankenboersen-Blog.

Die Arbeit wurde belohnt, er wurde bei den BOBs der Deutschen Welle nominiert. Also Stimmt fuer Ihn ab.

Alles weitere unter:

http://www.wiedenmeier.ch/wordpress/2008/10/28/nominierung-des-gedankenborsen-blogs-bei-the-bobs/

Wandern in Tadschikistan

sylviane am Mittwoch, den 6. August 2008

Letztes Wochenende bin ich mit Freunden (Loretta, Annemarie, Dani, Emma) wandern gegangen. Unseren 2-tägigen Ausflug haben wir nördlich von Dushanbe dem Fluss Siama entlang angefangen, bevor wir in ein Seitental eingebogen sind, um uns in Richtung eines Passes (auf 3600 müM) zu bewegen. Leider haben wir uns dabei etwas verlaufen (1:500′000 Karten sind für Wanderungen definitiv nicht zu empfehlen! Aber wir hatten auch nichts besseres… übrigens ist es eine neue Touristenkarte, die von SDC unterstützt wurde und jetzt in der Schweiz verkauft wird www.geckomaps.com)

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Herzlichkeit und Gastfreundschaft

lottaleben am Montag, den 4. August 2008

Die Tadschiken machen eine wunderschöne Geste, die jeder, der hierher kommt, direkt adaptiert. Es ist eine Geste der Ehrerbietung - man legt sich die Hand auf den Bauch, auf die Brust oder irgendwo dazwischen. Sowohl zum Grusse, als auch beispielsweise wenn man Tee reicht oder gereicht bekommt – es wird einem direkt warm ums Herz.

Überhaupt sind die Tadschiken sehr höflich. Es gibt zum Beispiel im Bus eine klare Rangfolge, wer sitzen darf. Zuerst die älteren Menschen, dann die jungen Frauen, zuletzt die Männer. So ist es mir auch schon passiert, dass jemand für mich aufstand und zwar so selbstverständlich, dass mir gar keine andere Wahl blieb als mich hinzusetzen.

Ganz besonderer Herzlichkeit begegnet man, wenn man irgendwo zu Gast ist. Und auf eine Art ist man hier immer zu Gast, zu Gast im Lande.

Lädt einen jemand spontan nach Hause zu sich ein, zum „Tee trinken“, wird aus dem Tag ein Festtag. Denn wie an einem Festtag, füllt sich der Tisch mit allem, was Herz und Magen begehren, mit allem, was der Haushalt hergibt. Je mehr man geben kann, desto gelungener das Fest.

Man nimmt zwar selten an, doch die Einladung zum „Tee trinken“ spricht fast jeder aus, mit dem man in der Nähe seines Hauses ein paar Worte wechselt. Sie gehört sozusagen zum Abschiedritual. Hand auf’s Herz.

Afghanistan in progress

parameluniversum am Dienstag, den 1. Juli 2008

Woran man sich orientieren soll wenn sich gerade alles verändert oder in Frage gestellt wird ist eines der Grundprobleme die mir hier immer wieder begegnen. Hauptverkehrsstrassen werden zu Einbahnstrassen, Steuern werden eingeführt und wieder abgeschafft, die Zeitung schreibt von Millionen Spenden für die Bildung die ein halbes Jahr später um die Hälfte gekürzt werden, manchen Frauen darf man die Hand geben und kaum habe ich mir den Namen eines Dekans gemerkt, ist er schon wieder abgesetzt. Ein Großteil der Minister besteht aus Afghanen die ihr halbes Leben im Ausland verbracht haben, Akademiker die von internationalen Universitäten in die afghanische Politik wechseln und nun versuchen Entscheidungen zu treffen die Paschtunen, Tadschiken, Hazara und Uzbeken, Modernisten und Traditionalisten, Frauen und Männern, Kommunisten und Kapitalisten gerecht werden. Gesellschaftliche Strukturen die nach Jahrzehnten der inneren Zerrissenheit so etwas wie eine gesamtafghanische Mentalität fördern könnten sind zwar im Aufbau, doch Vertrauen in Institutionen bildet sich nicht über Nacht aus. Ob jemand Hazara, Kommunist oder Exilafghane ist spielt nach wie vor die größte Rolle, im Privaten wie auch in der Öffentlichkeit. “Nachhaltigkeit” ruft die internationale Gemeinschaft, “wir brauchen aber Abends Licht” ruft das Ministerium und gibt dem Anbieter mit der schnellsten Lösung den Zuschlag für die Stromversorgung. Wer nicht weiß ob er morgen noch seinen Job hat, braucht manchmal eilig Ergebnisse die seine gute Arbeit beweisen um dann mit größerer Rückendeckung auch langfristiger planen zu können. Und so manches Provisorium wird nach Jahren treuer Dienste schließlich doch noch ein richtiger Flughafen!


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