Archiv der Kategorie ‘Tadschikistan‘

Märchen von dem Land, in dem zu Sowjetzeiten alles besser war

lottaleben am Donnerstag, den 17. Juli 2008

Es war einmal ein Land, das lag zwischen Russland und Afghanistan, zwischen Usbekistan und China und man nannte es Tadschikistan. Die Menschen in Tadschikistan waren glücklich, denn die Grenze ihres Landes war gleichzeitig auch die Grenze des gesamten mächtigen russischen Reiches. Im Alltag hatte man keine Sorgen, auf den grossen russischen Bruder war Verlass. Er kümmerte sich darum, dass die Felder maschinell bestellt wurden, die Bewässerungssysteme funktionierten und die Strassen befahrbar waren. Im Winter wie im Sommer bekam jeder seine Berufskleidung ausgeteilt, die Kinder trugen stolz ihre Schuluniform in der Schule, für die die Eltern keine Kopeke zahlen mussten. Wurde eine höhere Ausbildung angestrebt bekam man mit dem Studienplatz gleichzeitig einen kostenlosen Wohnheimplatz zugewiesen, nach dem Studium war der auf dich massgeschneiderte Arbeitsplatz schon reserviert. Der ausgezahlte Lohn war minimal, reichte aber für alles, denn das Kilo Kartoffeln war fast umsonst. Die Läden waren stets voll mit den besten Lebensmitteln, das ganze Jahr über bekam man frische Tomaten. Für die vielen zugezogenen Russen gab es stets auch Schweinefleisch zu kaufen.

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Mid-Term Review

sylviane am Montag, den 14. Juli 2008

Jetzt war gerade das Headquarter der Humanitären Hilfe der DEZA (Abteilung Zentral Asien) 2 Wochen in Tadschikistan und Kyrgyzstan unterwegs. Das Ziel dieses Besuchs war das Mid-Term review des Disaster Risk Reduction Programms. Konkret heisst das, dass die Leute von Bern gemeinsam mit SDC DRP die Projekte des Programms unter der Lupe genommen haben, um sie mal anders als auf dem Papier zu beurteilen. Es hat ganz viele Sitzungen gegeben, viele Diskussionen, aber auch Feldbesuche. Eigentlich waren es 2 sehr intensive Wochen, ohne viele Pausen!!!

Ich habe an den meisten Sitzungen teilgenommen, einfach um mal zu sehen, wie so was funktioniert. Es ist sehr interessant, wenn die verschiedenen Meinungen konfrontiert werden. Die Leute vom HQ habe manchmal andere Erwartungen als die Leute, die hier arbeiten und jeden Tag die Problemen der Projekte lösen müssen. Dazu war auch der Backstopper des Programms da (kurz gesagt ist ein Backstopper ein Experte, der kontrolliert, dass in einem Projekt alles gut läuft). Wenn alle Sichtsweisen konfrontiert werden, kommt es manchmal zu heftigen Diskussionen und es ist nicht so einfach, gemeinsame Schlussfolgerungen zu finden. Aber irgendwie kommen sie doch immer zu einer Aussage, mit der alle mehr oder weniger zufrieden sind. Denn das Ziel ist, den Stand der Projekte, die von SDC DRP finanziert werden, zu kontrollieren und allenfalls Empfehlungen für die weiteren Schritte zu geben… Eine wichtige Arbeit und eben sehr intensiv, denn alle Projekte werden sorgfältig angeschaut und nicht alle laufen wie sie sollten!

Wochenendausflüge

lottaleben am Mittwoch, den 9. Juli 2008

Am Wochenende sind wir von Dushanbe aus in den Norden gefahren, in das Varzob-Tal. Der Varzob ist der Fluss, der nachher auch durch Dushanbe fliesst. Bei einem kleinen Ort stiegen wir aus und liefen entlang eines dem Varzob zufliessenden Baches. Wir wunderten uns über das Verkehrsaufkommen auf den ersten Kilometern, das so gross war, dass wir ständig damit zu tun hatten, am Strassenrand stehen zu bleiben, um die Autos vorbei zu lassen. Und was für Autos! Lexus, BMW, Mercedes und grosse japanische Jeeps, darin fesche Typen mit dicken Sonnenbrillen. Da wunderten wir uns kaum mehr, als wir ein paar Kurven weiter feststellen durften, welches Ziel die alle anstrebten – über oder neben den Bach gebaute Holzplattformen bieten gemütlich Platz für die ganze Familie oder eine Gruppe Freunde. Hier sitz man, badet und trinkt Bier. Das ganze ist natürlich eingezäunt oder eingemauert, die einzelnen Plattformen gehören jeweils zu einem grösseren Komplex, in dem es meist ein Restaurant und manchmal einen Pool gibt. Die Geräuschkulisse erinnert eher an das, wie man sich Mallorca vorstellt: Party-Musik, Gejohle und Geplansche. Wir waren froh, als wir am Ende der Strasse angelangt waren. Hier konnten wir auch endlich sehen, wie schön es tatsächlich an diesem Bach ist - es ist schattig und kühl, grün und idyllisch, und man kann sich stets im Wasser erfrischen. Im Grunde also ein sehr verständlicher Rückzugsort vor der Hitze und Hetze der Stadt – natürlich nur für die, die es sich leisten können.

Strassenpflege in Dushanbe

lottaleben am Dienstag, den 8. Juli 2008

Privet! Für die, die nicht wissen, wer ich bin, ganz kurz: Zwei Monate lang werde ich gemeinsam mit einem Kollegen in Tadschikistan sein, wo wir versuchen ein Projekt für Ingenieure ohne Grenzen auf die Beine zu stellen.

Einer meiner ersten Eindrücke von Dushanbe war die Tatsache, dass die ganze Stadt grün ist – es gibt unglaublich viele Blumen und die grossen Strassen sollte man Alleen nennen, denn sie sind von Bäumen gesäumt. Das zeugt von einem grossen Reichtum der Stadt, denn die Wasser-Ressource in Tadschikistan ist knapp. Sobald man aus der Stadt herausfährt, ist das Land trocken, die Flussläufe sind von weitem erkennbar, sie ziehen sich nicht nur als Täler sondern auch als grüne Streifen durch die Hügel. Wie die Bäume in der Stadt bewässert werden, konnten wir gleich am ersten Tag beobachten: Entlang der gesamten Strasse sind beidseitig kleine Wasserkanäle gezogen, durch die ständig Wasser fliesst. Diese Kanäle werden mit einer Art Einsatz neben einem Baum gestaut. So entsteht eine Art Becken, von dem aus zwei Männer Wasser mit einer gewöhnlichen Schaufel dem Baum zuschaufeln. Wenn ein Baum genügend Wasser bekommen hat, ziehen sie mit dem Kanaleinsatz zum nächsten weiter.

Auch die bunten Blumenbeete auf den Bürgersteigen werden stets gepflegt. Erst auf den zweiten Blick sieht man darin ab und zu Frauen in traditionellen Kleidern hocken, Kleider, die ähnlich bunt sind wie die Beete. Sie rupfen Unkraut oder pflanzen neue Blumen ein.

Etudier au Tadjikistan et fuite des cerveaux…

sylviane am Sonntag, den 29. Juni 2008

Un problème récurrent au Tadjikistan, c’est qu’il n’y a pour ainsi dire pas moyen d’avoir une bonne formation universitaire, alors ceux qui le peuvent vont faire une partie de leurs études à l’étranger. Pour cela, il existe différents programmes d’échanges qui distribuent des bourses aux étudiants pour partir en Europe ou en Amérique. Beaucoup vont aussi en Inde, à Moscou ou encore à Bishkek (Kirghizstan), où il y a quelques bonnes universités moins lointaines (donc moins cher) et accessibles même sans bourse… pour autant de ne pas être trop trop pauvre, de bosser beaucoup et d’avoir le soutien de sa famille ! J’ai entendu plusieurs histoires de familles qui ont vendu leur voiture ou déménagé de leur maison (qu’ils peuvent ainsi louer) pour un appartement plus petit afin de financer les études d’un de leurs enfants.

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